Fortbildung

Die Arbeitsgemeinschaft hämatologischer und onkologischer Pflegepersonen in Österreich hat unter vielen weiteren das Ziel, MitarbeiterInnen der Pflege zu fördern sowie Aus- und Weiterbildung im Bereich Onkologie und Hämatologie anzubieten. Die AHOP bietet zudem einige Fortbildungsformate an, die sonst in Österreich nicht angeboten werden. Hierbei handelt es sich speziell um die Veranstaltungen TITAN und TARGET welche von der europäischen Dachorganisation entwickelt wurden und über die jeweiligen nationalen Verbände in die entsprechende Landessprache übersetzt und angeboten werden. Ein besonderes Format nimmt auch unsere Fortbildungsreihe der Spezialfortbildungen ein, die sich jedes Jahr einem neuen Kernthema der hämatologischen und onkologischen Pflege widmen. Halten Sie sich in diesem Informationsbereich über den aktuellen Stand der angebotenen Fortbildungen auf dem Laufenden. Besonders hervorheben möchten wir die jährlich stattfindende AHOP-Frühjahrstagung. Sie findet jedes Jahr Ende März bzw. Anfang April in abwechselnden Städten in Österreich statt.

 

Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie 2018 in Wien

Von 28. September bis 2. Oktober 2018 fand in Wien die Jahrestagung der drei Gesellschaften in Wien statt. Die AHOP freute sich die Gewinnerin des ECND 2018 Gewinnspiels zu dieser Tagung zu entsenden. Lesen Sie nachstehend die Eindrücke, Erlebnisse und Lernerfahrungen aus ihrer Sicht. Herzlichen Dank für den Beitrag an Regina Mairinger.

Die Mitgliedschaft in der AHOP, eine sehr engagierte Kollegin, ein Gewinnspiel und der Satz: „Ich bin onkologische Pflegeperson, weil ich eine starke Stütze sein möchte!“ brachten mir als Preis eines Gewinnspiels der AHOP den freien Eintritt zur Jahrestagung der Deutsch-Österreich-Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie mit angeschlossener Pflegetagung Anfang Oktober in Wien. Zwei Tage lang konnte ich einem breitgefächerten Vortragsangebot beiwohnen, das von Information bis Polarisation alles beinhaltete.

Die KMT-Station des Großklinikums Großhadern und die dort nun erstmalige Anwendung der CAR-T-Zell-Therapie wurden von der zuständigen Pflege- und ärztlichen Leitung vorgestellt. Die Anwendung dieser neuen Therapieform wird mit einer geplanten Aus- bzw. Weiterbildung der Pflege hinsichtlich Nebenwirkungsmanagement einhergehen.

Unter dem Stichwort „Innovative Pflegekonzepte“ unterstrich Ordensschwester Barbara Flad die Bedeutung der spirituellen Begleitung onkologischer Patienten: hier schlummern ungeahnte Bewältigungsressourcen, die ohne professionelle Gesprächsführung unbeachtet bleiben. Im Gegensatz dazu präsentierte der Vortrag von Patrick Jermann, „Durch Praxisentwicklung zur Leistungsverbesserung“, abstrakte Tools, die durch eine Optimierung der Arbeitsplatzkultur zu einer Effizienzsteigerung führen können. Schlussendlich positionierte DGKP Gundula Göbel das Case Management im Krankenhaus Hallein als Schnittstelle und Begleitung für PatientInnen auf ihrem Weg aus dem stationären Setting zur optimalen Versorgung und Vernetzung im privaten Bereich.

Die kritische Betrachtung der „Isolationsmaßnahmen in der Onkologie“ und eine Vergleichsdarstellung der Handhabung dieser in anderen Ländern durch DGKP Martina Spalt, lässt viel Spielraum für eine eventuelle ambulante Betreuung von Patienten unmittelbar nach Transplant in den nächsten Jahren zu.  Hier gäbe es auch Platz für eine speziell beratende und unterstützende „onkologische Hauskrankenpflege“.

Eine politische Dimension bot der Vortrag „Aktuelles aus der Pflege“ von Andrea Kiefer, der Vorsitzenden des deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe. Sie unterstrich die Wichtigkeit des Zusammenschlusses Pflegender in Berufskammern, um mittel- bis langfristig eingebunden zu bleiben in politische Entscheidungen. Nur durch eine (mitglieder-)starke Vereinigung wird Gestaltungsfreiheit in allen Bereichen möglich.

Entspannung vom vielen „Informationsinput“ bot der Vortrag „Berühren – Berührt werden – Berührt sein in der professionellen Pflege“ von Heidi Lang. Aufgelockert durch diverse Körperübungen vermittelte Heidi den „Erdungsaspekt“ in der heute schon oft zu „technischen“ Pflege. „Bildet nicht nur euren Kopf, sondern auch eure Hände!“ gab sie als Tipp mit auf den Weg.

Dies ist nur ein Auszug der von mir besuchten Vorträge und ich verließ den Kongress mit vielen Ideen und auch einer großen Portion Zufriedenheit im Gepäck: auch wenn es in der täglichen Arbeit manchmal untergeht, aber dieser Beruf bietet eine solch große Bandbreite an Themen, für die es lohnt, sich zu engagieren und somit bin ich weiter gerne onkologische Pflegekraft!

Alle Vorträge können unter diesem Link abgerufen werden.

vlnr. Christine Schneider-Worliczek, Regina Mairinger und Josef Trattner

vlnr. Christine Schneider-Worliczek, Regina Mairinger und Josef Trattner